Am 22.09.2026 wurde der Förderpreis Junge Kunst 2026 von den kommunalen Galerien des Bezirks Reinickendorf und des Kunstvereins Centre Bagatelle e.V. in der Rathausgalerie im Rathaus Reinickendorf verliehen. Viele Gäste, Kunstliebhaber und Künstler hatten sich eingefunden.

Ein bestimmendes Thema auf dieser Festveranstaltung war, neben der Kunst, der Eingriff in die Kunstfreiheit durch die noch amtierende Bürgermeisterin, die ein Bild der Serie „Lüderitz“ abhängen ließ. Dabei handelt es sich um eine historische Aufnahme aus Namibia der 30er-Jahren, also nach dem Ende der Deutschen Kolonialzeit in Namibia, aber zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Auch das ist Teil deutscher Geschichte.
Tim Gassauer ist Fotograf und wurde für seine Arbeit mit dem Förderpreis Junge Kunst 2026 ausgezeichnet. Mit seiner ausgestellten Arbeit zeigt er einen Teil seiner Langzeitrekonstruktion „Lüderitz“, die zwei Orte, die etwa 12.000 Kilometer voneinander entfernt liegen und doch denselben Namen tragen, in den Fokus rückt: Lüderitz im Norden Sachsen-Anhalts und Lüderitz im Südwesten Namibias. In seiner Präsentation in der Rathaus-Galerie Reinickendorf zeigt er die gemeinsame Namensgeschichte der beiden Orte und legt dabei ihre Verflechtungen mit der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia offen. Dazu ist auch ein umfassender Bildband erschienen. In der Gegenüberstellung dieser beiden entfernt erscheinenden Orte öffnet „Lüderitz“ einen Raum multidirektionalen Erinnerns und befragt die Gegenwart nach den anhaltenden Fragen der deutschen Kolonialzeit.
Zu diesem nun nicht sichtbarem Bild steht:
„Dieses Bild wurde entfernt, Sie finden es im ausliegenden Buch – Seite 75/76.
Archivbild des Gauturnfests von 1939, Mädchen auf Barren vor Hakenkreuzfahne, Fotograf: Blenck, Namibia
Bildarchiv der deutschen Kolonialgesellschaft, Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, Archivfotografie, Pigmentprint, 30×40 cm“
Mehr dazu unter https://kunstvereincentrebagatelle.de/